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11/05/2023

Lesezeit 3min

Frank Gallas

Frank Gallas

Regionalentwicklung Koblenz

Wandern heute – von Qualität leiten lassen

Wandern liegt seit vielen Jahren wieder im Trend und steht ganz vorne im Spektrum der Freizeitaktivitäten. Die Beweggründe zum Wandern sind vielfältig, so wie die Wanderer selbst. Mehrere Studien belegen, dass die Hauptmotivation das Naturerlebnis an sich ist und nicht wie in früheren Jahren das Zurücklegen möglichst großer Distanzen. Weitere Hauptmotivationsgründe (in sich ändernder Reihenfolge) sind „sich bewegen“, „etwas für die Gesundheit tun“ und „eine Region erleben“.

Der moderne Wanderer will sich für diesen Naturgenuss die Wege nicht mehr selber suchen müssen – weder möchte er in der Vorbereitung potentielle Wanderwege zusammenstellen, noch in der Natur mit Karte und Kompass die richtigen Wege suchen. Vielmehr will er zwischen Wanderwegen wählen können, die ihm spezielle Erlebnisse garantieren, eine gute Infrastruktur bieten und gut organisiert und vermarktet werden – kurzum: Sie müssen Qualität bieten.

Mit dem Rothaarsteig wurde 2001 der erste Prädikats-Fernwanderweg als Antwort auf diese Bedürfnisse der Wanderer zertifiziert. Seitdem boomt die Ausweisung von Prädikatswegen, die deutschlandweit entweder als „Premiumwanderweg“ (Zertifikat des Deutschen Wanderinstituts) oder als „Qualitätsweg Wanderbares Deutschland“ (Zertifikat des Deutschen Wanderverbands) zertifiziert werden können.

Qualitativ hochwertige Prädikats-Wanderwege

Zertifizierte Prädikatswanderwege erfüllen qualitativ hohe Voraussetzungen, wie eine unverlaufbare Markierung, besondere Natur- und Kulturerlebnisse, ein naturnahes Wege-Format, Einkehrmöglichkeiten, gute Erreichbarkeit und einen guten Service durch entsprechendes Marketing, Infotafeln, GPS-Tracks etc.

Wandern heute

In Ergänzung zu den zunächst vielfach entstandenen Prädikats-Fernwanderwegen werden seit einigen Jahren verstärkt Prädikats-Rundwanderwege im Tages- und Halbtagesformat konzipiert. Denn ein Großteil der Wanderer möchte nicht mehrere Tage am Stück wandern. Viele Fernwanderwege sind auf Grund der ländlichen Struktur oft nicht ausreichend an den ÖPNV angebunden, um einen unkomplizierten Transfer zurück zum Startpunkt nach einer Tageswanderung zu ermöglichen. Außerdem kann an Rundwanderwegen im Tageformat die Erlebnisdichte deutlich höher konzipiert und sogenannte Durststrecken reduziert werden.

Neue Zielgruppen erreichen

Ganz aktuelle Trends hin zu Prädikats-Spazierwegen und zertifizierten, barrierefreien Wanderwegen zielen auf bisher im Kontext von Qualitätswegen noch nicht angesprochene Zielgruppen ab, wie beispielsweise ältere oder beeinträchtigte Menschen oder junge Familien mit kleinen Kindern und gegebenenfalls Kinderwagen. Oder einfach Menschen, die das bequemere Spazierengehen dem sportlicheren oder ganztägigen Wandern vorziehen.

Der gesamten Qualitätsoffensive mit Prädikatswanderwegen ist gemein, dass sich Regionen und Kommunen zunehmend auf wenige „gute“ Wanderwege konzentrieren wollen, anstatt viele Wanderwege-Kilometer vorzuhalten, die dann oft nicht die heute gewünschte Qualität bieten und häufig auch nicht mehr unterhalten werden können. Viele Regionen und Kommunen machen sich mit fachlicher Begleitung auf den Weg, ihr Wanderwegenetz zu entschlacken und zu qualifizieren.

Bilder: © Michael Teusch, Sweco GmbH

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