Verdichtete Städte und Klimawandel – Wie können wir widerstandsfähigere Stadtquartiere planen?

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Verdichtete Städte und Klimawandel – Wie können wir widerstandsfähigere Stadtquartiere planen?

17 Juni 2020
In Zeiten von Social Distancing ist die Verdichtung von Städten ein schwieriges Thema. Auch wenn ein Zusammenhang zwischen der Verbreitung von COVID-19 und städtischer Dichte bisher noch nicht nachgewiesen werden konnte: Städte und Gemeinden müssen sich mit den aktuellen und zukünftigen Gefahren durch Pandemien ebenso auseinandersetzen, wie mit den Risiken extremer Wetterereignisse wie Hitzewellen, Dürren und starke Regenfälle.

Schon heute lebt die Hälfte der Weltbevölkerung in Städten. Die UN prognostiziert, dass es 2050 zwei Drittel sein werden. Diese schnelle Urbanisierung stellt uns vor Herausforderungen – und bietet gleichzeitig Chancen. Eine aktuelle Studie von Sweco, die Forschungsergebnisse und Erfahrungen aus der Wirtschaft zusammenführt, zeigt, dass eine nachhaltige, intelligente Stadtentwicklung, kombiniert mit gezielten Klimaschutzmaßnahmen, das scheinbar unmögliche schaffen kann: Sowohl die Einwohnerzahl als auch Arbeitsplätze und Grünflächen lassen sich um 100 % erhöhen, während gleichzeitig Lebensqualität und die Klimaresilienz verbessert werden.

„Wenn man es richtig angeht, kann städtische Verdichtung die Klimaresilienz und Lebensqualität verbessern und den Menschen zugleich vielfältige, bereichernde Erfahrungen ermöglichen“, sagt Sara Tärk, Landschaftsarchitektin bei Sweco. Tärk arbeitet schwerpunktmäßig an der Sicherstellung von Grünstrukturen in städtischen Gebieten.

Der Studie zufolge kann der allgemeine Raumbedarf durch verbesserten Zugang zu Gemeinschaftsräumen, flexiblere Ausstattung, bessere Technologien, Telearbeit und Shared Mobility um 20 % gesenkt werden. Gerade die aktuelle Corona-Krise hat gezeigt, wie wichtig öffentliche Grünflächen wie Parks sind. Sie können durch Umgestaltung erweitert werden indem z. B. wenig effizienter Raum für platzintensive Autos oder Parkplätze minimiert wird.

Gemessen an der effektiv verfügbaren Fläche pro Einwohner*in würde sich die Lebensqualität mit einer gut durchdachten Raumnutzung verbessern. Städte und Gemeinden mit flexiblen Raumkonzepten und starken Gemeinschaften erholen sich außerdem besser von den Folgen von Extremereignissen als Städte mit einem eher traditionell gebauten Umfeld.


„Stadtquartiere von morgen – Gestaltung von Klimaresilienz in städtischen Räumen“  ist der zweite unserer Urban Insight-Artikel zum Thema Klimaschutz, in dem Swecos Expert*innen Daten, Fakten und wissenschaftliche Erkenntnisse zur Planung und Umsetzung sicherer und widerstandsfähiger urbaner Lebensräume beleuchten. Eine Zusammenfassung des Artikels finden Sie hier.

Ansprechpartner

Stephan Landau
Ressortleiter Stadtplanung & Regionalentwicklung
+49 421 2032-764
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