Kreislaufwirtschaft in städtischen Gebieten als Mittel zur Bekämpfung des Klimawandels

/siteassets/urban-insight/ui6_2020_770x380.jpg

Kreislaufwirtschaft in städtischen Gebieten als Mittel zur Bekämpfung des Klimawandels

10 Dezember 2020
Die Bevölkerung in urbanen Gegenden wird in den nächsten zehn Jahren um fast 2,5 Milliarden Menschen wachsen. Um diesen Anstieg zu bewältigen und dennoch die Ziele des Pariser Klimaabkommens zu erreichen, muss die Bauwirtschaft auf eine Kreislaufstrategie setzen. Bis zu neun Prozent der CO2-Emissionen stammen aus der Produktion von Baumaterialien. Um dies einzudämmen, hat die EU beschlossen, dass ab 2020 70 % aller Bauabfälle recycelt werden müssen.

„Abreißen und neu bauen ist zur Norm geworden. Klimaschutzmaßnahmen sind aber dringend notwendig, denn wir sind schon jetzt Zeugen eines beispiellosen Verlusts der biologischen Vielfalt unserer Ökosysteme. Durch die Anpassung unserer Städte und Gemeinden und durch einen zirkulären Ansatz können wir die Biodiversität schützen, unser Klima verbessern und attraktivere städtische Räume schaffen“, sagt Nina Marie Andersen, Landschaftsarchitektin bei Sweco in Norwegen.

Ein gutes Beispiel dafür findet sich in Oslo. Hier soll ein 18-stöckiges Hochhaus von 1970 weiter genutzt werden. Würde man das Gebäude abreißen und einen Neubau errichten, würden allein die Baumaterialien etwa 4.000 Tonnen Kohlenstoff verursachen. Indem der größte Teil der Bausubstanz jedoch renoviert wird und erhalten bleibt, werden die Emissionen um 55 % reduziert.

Wenn ganze Baustrukturen nicht sinnvoll erhalten oder weitergenutzt werden können, ist die Wiederverwendung von vorhandenem Baumaterial eine gute Wahl, insbesondere bei Beton. Die weltweite Betonproduktion macht etwa fünf Prozent der gesamten Kohlenstoffemissionen aus. Das ist doppelt so viel wie die Emissionen durch Flugverkehr.

Construction City, ein Zusammenschluss von Bauunternehmen in Oslo, hat eine Möglichkeit gefunden, 3.400 Tonnen Beton wiederzuverwenden. So können die gesamten Kohlenstoffemissionen um 952 Tonnen reduziert werden. Das entspricht etwa 350 Hin- und Rückflügen von London nach New York.

„Wege zur Kreislaufwirtschaft – Eine Vision für den urbanen Wandel“ ist Teil einer Reihe von Urban Insight-Artikeln von Sweco zum Thema Klimaschutz, in denen Expert*innen Daten und Fakten zur Gestaltung sicherer und widerstandsfähiger urbaner Lebensräume beleuchten.

Den vollständigen Artikel in englischer Sprache finden Sie hier, eine deutsche Kurzfassung hier.

Urban Insight
Urban Insight ist eine langfristige Kampagne mit jährlich wechselnden Themen, in denen Swecos Expert*innen die Stadtentwicklung in Europa aus Bürgerperspektive betrachten.

Ansprechpartner

Stephan Landau
Ressortleiter Stadtplanung & Regionalentwicklung
+49 421 2032-764
R-Znvy fraqra