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Luftbild der Kläranlage Friedrichshafen mit Gebäude der Ozonung

Kläranlage Friedrichshafen – Ozonung zur Spurenstoffelimination

Auftraggeber

Stadt Friedrichshafen

Ort

Friedrichshafen, Bodenseekreis

Projektdauer

2017 – 2020

Verfahren

Ozonung mit Sandfiltration als biologischer Nachbehandlung

Ausbaugröße

87.500 EW

SDG 3: Gesundheit und Wohlergehen
SDG 6: Sauberes Wasser und Sanitäreinrichtungen
SDG 14: Leben unter Wasser

Einbindung der Ozonung in die bestehende Kläranlage

Für die Stadt Friedrichshafen hat Sweco eine Ozonung zur Spurenstoffelimination geplant, die als vierte Reinigungsstufe in die bestehende Kläranlage eingebunden ist. Unsere Leistungen reichten von der Machbarkeitsstudie über die Begleitung und Auswertung der Ozoneignungsversuche bis zu Bauüberwachung, Inbetriebnahme und Schulung des Betriebspersonals.

Die bereits vorhandene Sandfiltration übernimmt dabei eine zusätzliche Aufgabe: Neben der Phosphor- und Restpartikelentnahme dient sie als biologische Nachbehandlung nach der Ozonung. Deshalb wurde das Bauwerk für die Ozonung zwischen Nachklärung und Filteranlage geplant. Das bestehende Pumpwerk hebt das Abwasser weiterhin an.

Vollstrombehandlung mit Bypass

Vollstrombehandlung mit Bypass

Pumpwerk und Filteranlage waren bereits für eine Vollstrombehandlung ausgelegt. Deshalb fiel auch bei der Spurenstoffelimination die Entscheidung für die Vollstrombehandlung, bei der der gesamte Zufluss die Ozonung durchläuft. Über die vorgesehenen Schieber lässt sich die Ozonung jederzeit im Bypass umgehen. Die Ozonung ist einstraßig ausgeführt und entspricht damit der ebenfalls einstraßigen Filteranlage.

Kläranlage Friedrichshafen von oben: Ozonung zwischen Nachklärung und Sandfiltration

Ozonerzeugung, Ozoneintrag und Restozonvernichtung

Die Ozonung nimmt eine Fläche von ca. 12 x 30 m (rund 360 m²) ein. Den Sauerstoff für die Ozonerzeugung liefert ein Reinsauerstofftank mit 30 m³ LOX. Zwei Ozongeneratoren erzeugen je bis zu 8,1 kg Ozon pro Stunde. Über 60 Diffusoren wird das Ozon in rund 6 m Tiefe in das Ozonkontaktbecken mit 1.130 m³ Volumen eingetragen. Bei Maximalzufluss verbleibt das Abwasser über 15 Minuten im Becken.

Restozon wird als Gasgemisch (Offgas) kontinuierlich abgesaugt und in einem katalytischen Restozonvernichter unschädlich gemacht.

Wofür Kläranlagen eine vierte Reinigungsstufe brauchen

Über das Abwasser gelangen Rückstände von Arzneimitteln, Röntgenkontrastmitteln und Bioziden sowie Inhaltsstoffe aus Körperpflege- und Reinigungsmitteln in die Kläranlage. Viele dieser Spurenstoffe, auch Mikroschadstoffe genannt, werden in der konventionellen mechanisch-biologischen Reinigung nur teilweise abgebaut. Schon in sehr geringen Konzentrationen können sie Gewässerorganismen schaden.

Eine vierte Reinigungsstufe setzt nach der Nachklärung an. Bei der Ozonung oxidiert Ozon die Spurenstoffe und spaltet sie auf. Eine biologisch aktive Nachbehandlung, in Friedrichshafen die Sandfiltration, baut die entstehenden Reaktionsprodukte anschließend weiter ab.

Für Kläranlagen am Bodensee hat das besonderes Gewicht: Der See ist Trinkwasserspeicher für rund fünf Millionen Menschen. Mit der EU-Kommunalabwasserrichtlinie (EU) 2024/3019 wird die vierte Reinigungsstufe schrittweise zur Pflicht: bis 2045 für Kläranlagen ab 150.000 Einwohnerwerten und für Anlagen ab 10.000 Einwohnerwerten, die in Risikogebiete einleiten.

Technische Daten der Ozonung

Ausbaugröße87.500 EW
Jahresabwassermengeca. 11 Mio. m³/Jahr
WassermengenQM = 910 L/s, QSpur,max = 910 L/s
Fläche Ozonungca. 12 m x 30 m (entsprechend ca. 360 m²)
Volumen Reinsauerstofftank30 m³
Ozongeneratoren2 Stück, je bis zu 8,1 kg O₃/h
Anzahl Diffusoren60
Einblastiefeca. 6 m
Volumen Ozonkontaktbeckenca. 1.130 m³
Aufenthaltszeit bei Maximalzuflussca. 15 Min.

Leistungen von der Machbarkeitsstudie bis zur Inbetriebnahme

  • Machbarkeitsstudie
  • Objektplanung Ingenieurbauwerke (§§ 41, 43 HOAI): Lph. 1–9
  • Fachplanung Technische Ausrüstung (§§ 53, 55 HOAI): Lph. 1–8
  • Besondere Leistung: Ozoneignungsversuche begleitet, betreut und ausgewertet; Bauüberwachung; Inbetriebnahme; Schulung des Betriebspersonals
  • Tragwerksplanung (§ 51 HOAI): Lph. 1–6

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