Neubau der Schiersteiner Brücke

Neubau der Schiersteiner Brücke

Fakten

Auftraggeber:
Amt für Straßen- und Verkehrswesen Wiesbaden

Bauvolumen:
ca. 150 Mio. €

Projektdauer:
seit 2007

Projekt

Bei der Schiersteiner Rheinbrücke im Zuge der A 643 handelt es sich mit 1.280 m um die längste hessische Straßenbrücke. Der vorhandene einteilige, 4-streifige Überbau weist in Teilen einen schlechten baulichen Zustand auf und ist den verkehrlichen Anforderungen der kommenden Jahre nicht mehr gewachsen. Daher ist geplant, neben dem Bestandsbauwerk eine neue 3-streifige Brücke zu errichten und nach deren Verkehrsfreigabe und -umlegung das alte Bauwerk abzureißen und durch ein ebenfalls 3-streifiges zu ersetzen.

Für die bis 205 m langen Haupt- und Nebenspannweiten sind einzellige Stahlhohlkasten-Querschnitte mit orthotroper Fahrbahnplatte vorgesehen, die Vorlandbrücken mit 50 bis 70 m Länge wurden mit ein- bzw. zweizelligen Stahlverbundhohlkästen geplant. Über der Hauptschifffahrtsrinne, dem Biebricher Fahrwasser, werden die Pfeiler des Bestands mit 205 m Stützweite aufgenommen und auf den Mombacher Arm – unter besonderer Berücksichtigung der Naturschutzgebiete am Ufer der Rheininsel Rettbergsaue – übertragen.

In den Flussfeldern besitzen die Überbauten Querschnittshöhen von 4,5 m, mit der die Durchbiegungen auf L/375 = 54 cm begrenzt werden. Über den Flusspfeilern werden die Unterkanten der Hohlkästen auf 8,0 m Höhe gevoutet. An die Flussfelder schließen jeweils zu beiden Seiten Felder der halben Hauptstützweite an, deren Querschnittshöhe sich nach der Voute bis zum ersten Uferpfeiler auf 3,0 m bzw. auf der Rettbergsaue auf 3,5 m reduziert. An diese ebenfalls mit orthotroper Fahrbahnplatte konstruierten Querschnitte schließen sich in den Nachbarfeldern Verbundquerschnitte mit Stahlbetonfahrbahnplatte an.

Der Übergang zwischen orthotroper und Verbundplatte wird mit Hilfe spezieller Verbindungskonstruktionen zur Kraftübertragung im Fahrbahnplattenbereich biegesteif und monolithisch hergestellt. Zur Gliederung der Brückenuntersicht wird in den Vorlandbereichen kurz hinter dem ersten Uferpfeiler auf einen Verbundquerschnitt mit zwei Hohlkästen gewechselt, der bis zu den Trennpfeilern mit 3,0 m Querschnittshöhe durchgeführt wird.

Bei einer Gesamt-Brückenfläche von 54.000 m2 werden rund 30.000 t Stahl verbaut. Vier neue Flusspfeiler werden mit Tiefgründung hergestellt. Zur Anbindung der Rheininsel wird ein Fußund Radweg an den Brückenüberbau angehängt.
Bei der Planung mussten strenge Vorgaben aus Vogelschutzgutachten berücksichtigt werden. Zudem liegt die Brücke im Bereich verschiedener Naturschutzgebiete.

Leistungen

  • Ingenieurwettbewerb mit Architektenbeteiligung – 1. Platz; Vorplanung
  • Entwurfsplanung
  • Ausschreibung

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