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Hochwasserschutz

Hochwasserschutz – Rechtzeitig für die Zukunft planen

Extremwetterereignisse nehmen in Häufigkeit und Intensität zu – Hochwasser gehört zu den größten Klimarisiken für Kommunen, Industrie und kritische Infrastruktur in Deutschland. Sweco entwickelt seit Jahrzehnten Hochwasserschutzkonzepte, die technischen Schutz mit vorausschauendem Risikomanagement verbinden: von der hydrologischen Simulation über Gefahren- und Risikokarten bis zur Umsetzung baulicher Maßnahmen.

Hochwasserrisikomanagement – Lösungen für die Praxis

Das Hochwasserrisiko von Flusseinzugsgebieten bestimmen unsere Expert*innen, indem sie hydrologische Berechnungen (Niederschlags-Abfluss-Simulationen) und darauf aufbauend hydrodynamische Simulationen (Wasserspiegellagenberechnungen) durchführen. Je nach Fragestellung kommen für die Wasserspiegellagenberechnungen eindimensionale, zweidimensionale oder gekoppelte Modelle zum Einsatz.

Anhand der Ergebnisse erstellt Sweco für Sie Hochwassergefahrenkarten und Hochwasserrisikokarten, die zur Planung geeigneter Maßnahmen entsprechend der Richtlinie zum Hochwasserrisikomanagement eingesetzt werden. Diese Maßnahmen reichen von der Flächenvorsorge, dem natürlichen Wasserrückhalt und technischem Hochwasserschutz über die Bau-, Risiko-, Verhaltens- und Informationsvorsorge bis hin zur Vorbereitung der Gefahrenabwehr und des Katastrophenschutzes.

Rechtsgrundlagen im Überblick (Stand 2026)

  • EU-Hochwasserrisikomanagement-Richtlinie (HWRM-RL, Richtlinie 2007/60/EG): verpflichtet die EU-Mitgliedstaaten zur Erstellung von Hochwassergefahrenkarten und Hochwasserrisikokarten sowie Risikomanagementplänen in dreijährigen Aktualisierungszyklen.
  • Wasserhaushaltsgesetz (WHG): fordert bei wasserbaulichen Maßnahmen inzwischen einen verpflichtenden Klimafolgen-Check für 2050-Szenarien.
  • Hochwasserschutzgesetz III (Referentenentwurf): sieht u. a. strengere Bauvorgaben in Überschwemmungsgebieten, beschleunigte Genehmigungsverfahren und verpflichtende kommunale Starkregenvorsorgekonzepte vor.
  • Klimaanpassungsgesetz (KAnG): seit 1.7.2024 in Kraft, verpflichtet Länder und Kommunen zu systematischer Klimaanpassungsplanung.

Sweco begleitet Sie bei der Umsetzung all dieser Anforderungen – von der rechtssicheren Planung bis zur praktischen Integration in Ihre Hochwasserschutzkonzepte.

Hochwasserschutzprojekte der Sweco GmbH

Hochwasserschutzprojekte der Sweco GmbH

Unser Kollege Stephan Ellerhorst ist seit mehreren Jahren bei der Sweco GmbH in Deutschland für diverse Hochwasserschutzprojekte zuständig. Im Video stellt er erfolgreiche Beispiele vor, die zum Hochwasserschutz von Stadtgebieten beigetragen haben – von der Gefahrenanalyse bis zur baulichen Umsetzung.

Technischer Hochwasserschutz an Binnengewässern

Im technischen Hochwasserschutz werden Maßnahmen aus Hochwasserschutzkonzepten oder dem Hochwasserrisikomanagement in die konkrete Objektplanung umgesetzt. Unsere Leistungen reichen hierbei von konzeptionellen Betrachtungen, Studien und Variantenuntersuchungen über die Erstellung der zugehörigen Entwürfe und Genehmigungsanträge bis hin zur ausführungsreifen Planung der Leistungen, der Ausschreibung und Bauüberwachung. Alle Planungen führen wir für Sie in engem Zusammenspiel mit diversen Fachplaner*innen durch, wie z. B. Vermesser*innen, Baugrundgutachter*innen, Landschafts- oder Stadtplaner*innen. Da bei Hochwasserschutzmaßnahmen in der Regel Dritte betroffen sind, unterstützt Sweco Sie neben der technischen Planung auch bei der Öffentlichkeitsarbeit, dem Grunderwerb und bei Abstimmungen mit Interessenverbänden und politischen Gremien.

Wir planen den technischen Hochwasserschutz für folgende typische Anlagen:

  • Deiche als Erdbauwerke, ggf. ergänzt durch Spund oder Schlitzwände
  • stationäre oder mobile Hochwasserschutzwände, häufig aus metallischen Werkstoffen
  • Hochwasserschutzmauern aus Stahlbeton, Naturstein oder Stahlspundwänden
  • naturnahe Böschungssicherungen durch Optimierung der Geometrie, Bewuchs & nachwachsende Baustoffe
  • Hochwasserrückhaltebecken & Flutpolder zur Retention von Hochwasserwellen in Gewässern
  • Rückhaltebecken für Starkregenabflüsse aus Siedlungsgebieten vor der Einleitung in Gewässer

Mehr zu Rückhaltekonzepten für Siedlungsentwässerung finden Sie in der Starkregenbetrachtung.

Anpassung an den Klimawandel

Den Hochwasserschutz an die Auswirkungen langfristiger Klimaänderungen anzupassen, ist eine der zentralen Herausforderungen, denen sich die Wasserwirtschaft stellen muss.

Die globale Klimaerwärmung ist mit Änderungen von Großwetterlagen und Extremereignissen verbunden und wirkt sich folglich auf den regionalen und lokalen Wasserhaushalt aus. Wissenschaftliche Studien gehen dabei von erhöhten Niederschlägen und Abflüssen im Winter und Frühjahr sowie häufiger und intensiver auftretenden Starkregenereignissen im Sommer aus. Die höhere Wahrscheinlichkeit und Intensität von Extremniederschlägen führt zu einem erhöhten Hochwasserrisiko, von dem insbesondere mittlere und kleine Flusseinzugsgebiete betroffen sein werden. Regionale und lokale Klimaänderungen zu berücksichtigen, ist daher für ein zukunftsfähiges und nachhaltiges Hochwasserrisikomanagement unerlässlich.

Auf der Basis von Klimaszenarien führen wir für Sie Modellberechnungen durch, die Aussagen über zukünftige Entwicklungen von Niederschlag und Abfluss ermöglichen. Auf diese Weise können wir Wahrscheinlichkeiten und Intensitäten von Hochwasserereignissen abschätzen und in die Erstellung von Gefährdungskarten und Risikoanalysen einbeziehen. Unsere Expert*innen unterstützen Sie bei der Erarbeitung und Planung konkreter Vorsorgemaßnahmen. Seit das Wasserhaushaltsgesetz bei wasserbaulichen Maßnahmen einen verpflichtenden Klimafolgen-Check für 2050-Szenarien vorschreibt, ist diese vorausschauende Modellierung nicht mehr nur fachlich sinnvoll, sondern auch rechtlich gefordert – Sweco bietet diesen Klimafolgen-Check als integrierten Bestandteil der Hochwasserschutzplanung an.

„Die schockierenden Bilder der Hochwasserkatastrophe werden sich für immer in die Köpfe der Menschen einbrennen. Was kann man tun, um zukünftig solchen Ereignissen vorzubeugen? Wir können uns mit technischen Maßnahmen nicht vollumfänglich vor solchen Ereignissen schützen. Wir müssen für die Zukunft aus diesen Katastrophen lernen und präventiv handeln. Es ist die Aufgabe der Politik sicherzustellen, dass Hochwasserexpert*innen bereits im B-Plan-Verfahren gehört werden und deren Empfehlung bei der Erschließung von Gewerbe- oder Wohngebieten berücksichtigt wird. Diese Expert*innen können einschätzen, ob die gewählte Fläche für eine derartige Bebauung überhaupt geeignet ist oder ob es nicht strategisch besser wäre, am gewünschten Ort z. B. landwirtschaftliche Nutzfläche auszuweisen.“

Wolfgang Deffner, Experte für Siedlungswasserwirtschaft, Sweco GmbH, Augsburg

Was schützt Deutschland vor Hochwasser?

Wir sprechen mit Stephan Ellerhorst, unserem erfahrenen Experten für Wasserinfrastruktur und Hochwasserschutz. Mit langjähriger Praxis in Planung, Umsetzung und Beratung kritischer Infrastrukturen kennt er die Herausforderungen und Chancen, die Deutschland im Kampf gegen Hochwasser bewältigen muss.

Im Gespräch geht es um den aktuellen Stand des Hochwasserschutzes, technologische Innovationen, rechtliche Rahmenbedingungen sowie die zunehmende Bedeutung von Resilienz gegenüber hybriden und militärischen Bedrohungen. Zu den technologischen Innovationen zählen unter anderem digitale Zwillinge von Gewässersystemen, die auf Basis von Echtzeit-Daten aus Pegeln und Sensoren Hochwasserverläufe simulieren, bevor sie eintreten.

Hochwasserschutz in der Stadtplanung

In der Stadtplanung müssen die Herausforderungen durch Starkregen und Hochwasserereignisse bereits heute, aber insbesondere auch zukünftig berücksichtigt werden. Letzlich geht es darum, durch gezielte Maßnahmen sowohl in der Bauleitplanung als auch der informellen städtebaulichen Planung Schäden vorzubeugen und somit Kosten zu reduzieren. Dazu bedarf es einer integrierten Planung, die städtebauliche, gestalterische, energetische und klimatische Aspekte gleichermaßen berücksichtigt und gleichzeitig der Attraktivität und Vermarktungsfähigkeit Ihres Standorts nicht entgegensteht.

Die Bürgerinnen und Bürger zu beteiligen, gewinnt dabei zunehmend an Bedeutung. Letztlich geht es darum, nachhaltige Konzepte zu erarbeiten, um die Aufenthaltsqualität im Wohnumfeld zu steigern. Mit dem geplanten Hochwasserschutzgesetz III dürfte die Berücksichtigung von Hochwasserschutzbelangen in der Bauleitplanung künftig noch stärker gesetzlich verankert werden.

Küstenschutz

An der Küste ist der Schutz vor Sturmfluten von existentieller Bedeutung. Solide Erddeiche und aufwändige technische Bauwerke schützen Küsten und Inseln gleichermaßen. Durch den Anstieg des Meeresspiegels und den Ausbau der Tide-Flüsse ergeben sich neue Herausforderungen.

Sweco betreut Ihre Maßnahmen des Küsten- und Hochwasserschutzes als Büro vor Ort. Wir begleiten Sie über alle Planungsphasen bis zur Realisierung. Neben den bautechnischen Belangen berücksichtigen wir dabei insbesondere auch die naturschutzfachlichen Aspekte. Wir stellen sicher, dass sowohl die Planung als auch Umsetzung konkreter Maßnahmen heutigen Anforderungen entsprechen.

  • Studien & Beratung zum Küsten- & Hochwasserschutz
  • Rahmenentwürfe zum Küsten- & Hochwasserschutz
  • Fachtechnische Untersuchungen zu Nutzungen & baulichen Anlagen
  • Bearbeitung von Genehmigungsanträgen nach Wasser- & Deichrecht
  • Objektplanung zu Anlagen des Küsten- & Hochwasserschutzes: Deiche I Schutzwände I Deckwerke I Rückhalteräume I Speicherpolder
  • Fachplanung zur technischen Ausrüstung für Schöpf und Pumpwerke
  • Sicherheits- & Gesundheitsschutzkoordination

Hochwasservorsorge für Abwasseranlagen

Zu einer erfolgreichen Hochwasserschutzstrategie gehört auch der Schutz von Abwasseranlagen. Dieser Schutz wird häufig zunächst nicht wahrgenommen, ihm kommt jedoch im Hochwasserfall eine bedeutende Rolle zu.

Bei Hochwasser auf Abwasseranlagen kann zunächst eine Gefahr für das Betriebspersonal eintreten. Weiterhin besteht durch eine nicht mehr funktionierende Abwasseranlage für tiefliegende Gebiete die Gefahr eines „mittelbaren Hochwasserereignisses“ (Polderentwässerung). Ferner geht, auch wenn dies im Hochwasserfall nur sekundär erscheint, eine Umweltgefahr von nicht mehr funktionierenden Abwasseranlagen aus. Diese kann bei länger andauernden Hochwässern im Sommer ggf. auch zu einer Gesundheitsgefahr der Bevölkerung werden. Abwasseranlagen sind deshalb unbedingt in Hochwasserschutzkonzepte zu integrieren.

Dazu bieten wir Ihnen verschiedene Strategien an: angefangen bei der Hochwasserrisikomanagementplanung und der Einordnung der Abwasseranlagen, die sich häufig in topografisch besonders hochwassergefährdeten Lagen befinden. Neben der Bewertung des Hochwasserrisikos einzelner Anlagen bewerten wir auch die Gesamtheit der Abwasseranlagen und des Entwässerungsnetzes für Sie. Diese Ergebnisse, nebst der Umsetzung ggf. höherer Anforderungen, resultieren in einem Hochwassermanagementplan für die Abwasseranlagen. Dieser sollte eindeutig als wesentliche Einzelmaßnahme in einem Hochwasserrisikomanagementplan nebst Ansprechpartnern und Koordinatoren hinterlegt sein.

Sie haben Fragen oder wollen ein Projekt mit uns umsetzen? Kontaktieren Sie unsere Expert*innen!

Stephan Ellerhorst

Stephan Ellerhorst

Wasserwirtschaft & -infrastruktur
Wolfgang Deffner

Wolfgang Deffner

Straßeninfrastruktur Süd, Siedlungswasserwirtschaft

Häufig gestellte Fragen zum Hochwasserschutz

Was ist der Unterschied zwischen Hochwasserschutz und Hochwasserrisikomanagement?

Hochwasserschutz umfasst die konkreten baulichen Maßnahmen – etwa Deiche, mobile Schutzwände oder Rückhaltebecken –, die vor Hochwasser schützen sollen. Hochwasserrisikomanagement ist der übergeordnete, gesetzlich verankerte Prozess: Er umfasst Gefahren- und Risikoanalyse, Risikokarten, Vorsorge, Maßnahmenplanung und Nachsorge – technischer Hochwasserschutz ist also ein Baustein davon.

Welche Rechtsgrundlagen regeln den Hochwasserschutz in Deutschland?

Zentral sind die EU-Hochwasserrisikomanagement-Richtlinie (HWRM-RL), das Wasserhaushaltsgesetz (WHG) mit seinem Klimafolgen-Check, das Klimaanpassungsgesetz (KAnG) sowie – aktuell im Gesetzgebungsverfahren – das Hochwasserschutzgesetz III.

Was ändert sich mit dem Hochwasserschutzgesetz III?

Der Referentenentwurf sieht u. a. strengere Bauvorgaben in Überschwemmungsgebieten, beschleunigte Genehmigungs- und Gerichtsverfahren für Hochwasserschutzmaßnahmen sowie verpflichtende kommunale Starkregenvorsorgekonzepte vor.

Wie hängen Hochwasserschutz und Starkregenvorsorge zusammen?

Beide Themen werden gesetzlich zunehmend zusammengedacht, etwa im Hochwasserschutzgesetz III. Fachlich überschneiden sie sich bei urbanen Sturzfluten, Kanalnetzüberlastung und der Notwendigkeit dezentraler Rückhaltung – Sweco betrachtet daher beide Risiken im Zusammenhang,.

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