Skip to content
Felder, Wiesen und ein Fluss von oben

11/08/2026

Lesezeit 6min

Ina-Sophie Kramer

Marketing & Kommunikation

Wie Anja Stoll in Karlsruhe ein neues Team im Flächenmanagement aufbaute

Wie Anja Stoll in Karlsruhe ein neues Team im Flächenmanagement aufbaute

Ein unkonventioneller Werdegang, ein mutiger Rollenwechsel mit 55 und der Aufbau eines neuen Teams von Grund auf: 2019 kam sie als Expertin für Flächenmanagement zu Sweco, seither hat sie am Standort Karlsruhe ein eigenständiges Team aufgebaut und dort die Teamleitung übernommen. Im Interview erzählt Anja Stoll, welche Stationen sie geprägt haben, warum sie sich für Sweco entschieden hat und was sie anderen mit auf den Weg gibt, die über mehr Verantwortung im Job nachdenken.

Anja Stoll, Teamleiterin Flächenmanagement bei Sweco

Von der Marktforschung ins Flächenmanagement

Bevor wir über deine aktuelle Rolle sprechen, würden wir gerne mehr über deinen Weg dorthin erfahren. Wenn du auf deinen beruflichen Weg zurückblickst, welche Station hat dich am meisten geprägt?

Drei Stationen haben mich besonders geprägt: der Einstieg 1986 bei einem Marktforschungsinstitut, die Entdeckung des Flächenmanagements 2012 und der Wechsel zu Sweco 2019.

Bei dem Marktforschungsinstitut habe ich bei zwei Frauen angefangen, die sich gerade selbstständig gemacht hatten und mir gezeigt haben, wie kreativ sich Beruf und Familie verbinden lassen. Vier Jahre habe ich dort gearbeitet und vor allem gelernt, was gute, vertrauensvolle Führung ausmacht.

Danach kam eine Phase, in der ich mit zwei Kindern und wenig familiärer Unterstützung den passenden Arbeitsplatz suchen musste. Nicht jede Station war ein Volltreffer – aber das gehört wohl dazu.

2012 dann der eigentliche Wendepunkt. Ich lernte das Berufsbild Flächenmanagement kennen und hatte plötzlich das Gefühl, hier meine Stärken wirklich einbringen zu können. 2019 wollte ich mich noch einmal weiterentwickeln und hatte das Glück, Sweco zu finden. Vom ersten Tag an wurde mir Vertrauen entgegengebracht.

Warum Brüche im Lebenslauf kein Nachteil sein müssen

Dein Werdegang ist nicht geradlinig und genau das macht ihn spannend. Viele Menschen empfinden einen vielseitigen, nicht-linearen Werdegang als Nachteil. Wie hast du das für dich selbst bewertet und was hat sich rückblickend als Stärke erwiesen?

Ich habe meinen unkonventionellen Werdegang nie als Nachteil gesehen, sondern als das, was mich geprägt und gestärkt hat.

Die unterschiedlichen Stationen haben mir geholfen, mich früh auf Neues einzustellen, flexibel zu bleiben und auch in unsicheren Phasen weiterzumachen. Das gibt mir bis heute innere Stabilität und ein gutes Gespür für Menschen und unterschiedliche Blickwinkel.

In der Zusammenarbeit ist mir wichtig, dass man sich vertraut und gemeinsam an Lösungen arbeitet. Mir geht es nicht darum, alles zu kontrollieren, sondern gut zusammenzuarbeiten. Ich bringe nicht nur fachliche Erfahrung mit, sondern auch Lebenserfahrung und die Bereitschaft, mich auf neue Aufgaben und Menschen einzulassen – darin sehe ich meine Stärke. Und ganz ehrlich: Dass mein Team großartig ist, macht mir die Rolle natürlich leicht.

Mut zum Rollenwechsel mit Mitte 50

Ein Rollenwechsel mit 55 ist mutig und nicht selbstverständlich. Was hat dich bewogen, mit 55 noch einmal mehr Verantwortung zu übernehmen?

Der Rollenwechsel war keine spontane Entscheidung, sondern ein gut überlegter Schritt mit etwas Mut, um mich noch einmal weiterzuentwickeln. Ich wollte eine Aufgabe finden, in der ich mich fachlich und persönlich einbringen kann und die zu meiner Haltung passt.

Rückblickend war es die richtige Entscheidung. Besonders geholfen hat mir das entgegengebrachte Vertrauen, dadurch konnte ich schnell ankommen und meinen eigenen Weg finden. Neuen Situationen unvoreingenommen zu begegnen und auch Fehler zuzulassen – genau so lernt man meiner Meinung nach immer wieder dazu.

Was hat letztlich den Ausschlag gegeben, dich für diese Position im Flächenmanagement bei Sweco zu entscheiden?

Den Ausschlag gab die Chance, das Team Flächenmanagement Karlsruhe wie ein Start-up von Grund auf aufzubauen, da es am Standort fachlich noch nicht vertreten war. Aus dieser Aufbauarbeit ist die Teamleitung geworden, die ich heute innehabe. Ich hatte von Anfang an das Gefühl, wirklich eingebunden zu sein. Der Einstieg fiel mir leicht, weil das Netzwerken sehr offen war. Ich habe viel Unterstützung von anderen Führungskräften und unserem Recruiting bei der Zusammenstellung des Teams bekommen.

Die Kolleg*innen in Koblenz waren dabei mein fachlicher Anker und haben mir Sicherheit gegeben: hierarchiefrei, unkompliziert, mit Raum für eigene Entwicklung und einer guten Fehlerkultur. Genau das habe ich für unser Karlsruher Team übernommen.

Gab es vor dem Wechsel Momente des Zweifelns?

Große Zweifel hatte ich nicht. Der Schritt braucht Mut, aber ich schaue nicht lange zurück, wenn ich mich einmal entschieden habe. Ich gehe dann lieber weiter und vertraue darauf, dass sich manches auf dem Weg ergibt. Ein Stück Glück gehört sicher auch dazu.

Was Führung mit Erfahrung zu tun hat

Jetzt bist du seit einiger Zeit in deiner neuen Rolle angekommen. Welche Erfahrungen aus deinen früheren Stationen helfen dir jetzt konkret als Teamleitung?

Vor allem meine unterschiedlichen beruflichen und persönlichen Erfahrungen helfen mir heute als Teamleitung: Ich habe sichere wie unsichere Phasen erlebt und weiß deshalb gut, wie sich unterschiedliche Rahmenbedingungen auf Menschen auswirken. Auch eigene Zeiten von Unter- und Überforderung helfen mir heute zu verstehen, wie es Mitarbeitenden gehen kann, wenn die Belastung zu hoch ist oder eine Aufgabe gerade nicht passt.

Geprägt hat mich vor allem meine Familie. Ich bin seit 34 Jahren verheiratet – also offenbar mit etwas Ausdauer ausgestattet – und wir haben schon so manches „Projekt“ gemeinsam gemeistert. Durch meine beiden Kinder habe ich gelernt, Verantwortung zu übernehmen, schnell zu entscheiden, Prioritäten zu setzen und zu akzeptieren, dass nicht jede Entscheidung perfekt sein muss. Und wie in der Familie gilt auch im Job: Ein gutes Team macht vieles leichter.

Was möchtest du Menschen mitgeben, die mit Anfang oder Mitte 50 über mehr Verantwortung im Job nachdenken?

Einen allgemeinen Rat würde ich da nicht geben. Mit Anfang oder Mitte 50 kennt man sich meist gut genug, um selbst einzuschätzen, ob ein solcher Rollenwechsel der richtige Schritt ist. Er kann passen, muss es aber nicht. Am Ende geht es darum, den Weg zu wählen, der sich für die eigene Situation stimmig anfühlt.

Vielen Dank für das interessante Gespräch!

Nicht gefunden, was Sie suchen?

Hinterlassen Sie hier Ihre Daten – unsere Expert*innen helfen Ihnen gern weiter. Wir sorgen dafür, dass Sie mit der richtigen Person in Kontakt kommen. Vielen Dank!
  • Dieses Feld dient zur Validierung und sollte nicht verändert werden.