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21/05/2026

Lesezeit 4min

Matthias Daxl

Senior Projektmanager

Ehrenamt für die Tibethilfe: Ein Einsatz in Indien

Wie die Arbeit als Architekt und freiwilliges Engagement zusammenfinden

Ehrenamtliches Engagement, internationale Zusammenarbeit und nachhaltiges Bauen – diese Themen schließen sich bei Sweco nicht aus. Im Gegenteil: Unsere Unternehmenskultur schafft Raum für persönliche Interessen, gesellschaftliches Engagement und die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben. Wie das konkret aussehen kann, zeigt mein ehrenamtlicher Einsatz für die Deutsche Tibethilfe e.V. in Indien. Die Deutsche Tibethilfe e.V. ist ein gemeinnütziger Verein, der sich durch Spenden und Patenschaften für Schüler*innen, Studierende und Senior*innen finanziert.

Nachhaltiges Wohngebäude in Dharamsala: Architektur für tibetische Kultur im Exil

In nordindischen Dharamsala, auch bekannt als „Klein-Tibet“ im Himalaya, ist mit Unterstützung der Deutschen Tibethilfe und der tibetischen Exilregierung ein mehrstöckiges Wohngebäude für junge tibetische Künstler*innen entstanden. Dort werden künftig Absolvent*innen des Tibetan Institute of Performing Arts (TIPA) wohnen, die in traditionellen Tänzen, Gesang und der tibetischen Oper Ache Lhamo ausgebildet werden. Das Gebäude leistet damit einen wichtigen Beitrag zur Bewahrung tibetischer Kultur und Identität im Exil und zeigt zugleich, wie nachhaltige Architektur unter anspruchsvollen klimatischen und geologischen Bedingungen umgesetzt werden kann.

Zwischen Beruf und Ehrenamt: Langjähriges Engagement in Indien

Ich betreue das TIPA-Projekt seit drei Jahren ehrenamtlich, meine Verbindung zu Dharamsala reicht aber schon rund 30 Jahre zurück: Während eines Architekturpraktikums im SOS‑Kinderdorf für tibetische Kinder entstanden erste enge Kontakte zu tibetischen Gemeinden in Indien. Daraus entwickelten sich über die Jahre weitere Projekte, unter anderem habe ich eine nachhaltig und altengerecht geplante Wohnanlage für pensionierte Mitarbeitende einer tibetischen Hilfsorganisation in Dehradun realisiert.

Berufliche Stationen für SOS‑Kinderdorf International in der Mongolei sowie für Sweco in Pakistan und Afghanistan vertieften meine Erfahrungen in Asien, insbesondere im Bereich Nachhaltigkeitsplanung und resilientes Bauen. Auf dieser Grundlage entstand schließlich die Zusammenarbeit mit der Deutschen Tibethilfe. Nordindien mittlerweile wie ein zweites Zuhause für mich und meine Familie geworden.

TIPA Direktor Dhondup Tsering, Architektin Rita Raje, Architektin Shraddha Sejpal, Sikyong Penpa Tsering, ehemalige Präsidentin der deutschen Tibethilfe Heide Meyer und Matthias Daxl

Internationale Zusammenarbeit für nachhaltiges Bauen

Geplant und realisiert wurde das Wohngebäude von den indischen Architektinnen Rita Raje und Shraddha Sejpal aus Mumbai. Während der Planungs‑ und Bauphase reiste ich zweimal jährlich nach Indien, um mich vor Ort mit den Architektinnen sowie dem TIPA‑Management abzustimmen. Außerdem fanden regelmäßige Online‑Abstimmungsgespräche mit den einzelnen Projektbeteiligten statt, um eine effektive Projektsteuerung aus Deutschland zu gewährleisten. Durch diese sehr enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit konnten die Planung und die Bauausführung kontinuierlich optimiert und das Projekt im April 2026 erfolgreich fertiggestellt werden.

Das fünfstöckige Wohngebäude hat eine gesamte Brutto-Grundfläche (BGF) von 2.500 Quadratmeter und es wurden 38 Wohnungen realisiert. Bei der feierlichen Einweihung im April 2026 würdigten der Präsident (Sikyong) der tibetischen Exilregierung, Herr Penpa Tsering, sowie die ehemalige Präsidentin der Deutschen Tibethilfe, Frau Heide Meyer, den besonderen Einsatz aller Beteiligten. Hervorgehoben wurde insbesondere die nachhaltige und erdbebensichere Planung des Gebäudes.

Nachhaltiges Bauen im Erdbebengebiet: energieeffizient und klimaangepasst

Das Wohngebäude wurde konsequent auf niedrige Unterhalts‑ und Energiekosten ausgelegt:

  • Der zentrale Innenhof sorgt für natürliche Belichtung und Ventilation
  • Natursteine des ursprünglichen Gebäudes wurden wiederverwendet
  • Einsatz natürlicher Materialien wie Holz
  • Zusätzliche Wärmedämmung und Doppelverglasung – in Indien bislang nicht Standard
  • Ziel: weitgehender Verzicht auf Klimaanlagen
  • Photovoltaikanlage zur Energieversorgung des Gebäudes
  • Erdbebensicherer Stahlbetonrahmen mit Mauerwerksausfachungen

Gerade in Dharamsala, das in einem Hochrisikogebiet für Erdbeben liegt und gleichzeitig stark vom Klimawandel betroffen ist, war diese Bauweise entscheidend.

Ehrenamt und Beruf vereinbaren: Sweco ermöglicht Engagement

Ein ehrenamtliches Projekt dieser Größenordnung lässt sich nur mit den entsprechenden beruflichen Rahmenbedingungen realisieren. Die gute Abstimmung mit meiner Teamleitung bei Sweco und die Unterstützung meines Arbeitgebers machten es möglich, das ehrenamtliche Engagement in Indien über mehrere Jahre hinweg kontinuierlich zu betreiben. Das Projekt in Dharamsala zeigt, wie berufliche Fachkompetenz und persönlicher Einsatz zusammenwirken können, wenn Vertrauen, Flexibilität und eine entsprechende Unternehmenskultur gegeben sind.

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