Generalplanung für industrielle Abwärmenutzung
Energiezentrale Cerdia, Freiburg – Großwärmepumpen für die Fernwärme
Im Freiburger Industriegebiet Nord betreibt die badenovaWÄRMEPLUS GmbH & Co. KG auf dem Betriebsgelände der Cerdia Produktions GmbH eine Abwärmeauskopplung, die bislang ein Niedertemperaturnetz mit einer Vorlauftemperatur von rund 55 °C versorgt hat – von der angrenzenden Messe bis zum Europa-Park-Stadion. Um die industrielle Abwärme des Chemieunternehmens Cerdia in deutlich größerem Umfang für die Fernwärme nutzbar zu machen, hat Sweco seit August 2023 als Generalplaner die neue Energiezentrale Cerdia realisiert.

Fakten zum Projekt
Auftraggeber
badenovaWÄRMEPLUS GmbH & Co. KG
Ort
Engesserstraße 8, 79108 Freiburg
Projektzeitraum
seit August 2023
Fachbereiche
Unsere Leistungen
Generalplanung (LP 2–8), Ausschreibung, Bauüberwachung, 3D-Koordination
Besonderheiten
15 MW thermische Leistung, 6 × 200 m³ Wärmespeicher
SDGs




Zwei Großwärmepumpen heben das Temperaturniveau auf bis zu 85 °C
Mithilfe von zwei Großwärmepumpen wird das Temperaturniveau der Abwärme angehoben und in das Fernwärmenetz eingespeist. Insgesamt erzeugen die beiden Wärmepumpen eine thermische Leistung von 15 MW. Als Wärmequelle dient warmes Prozesswasser (Lutterwasser) aus einem chemischen Prozess von Cerdia, das zuvor über Rückkühler ungenutzt an die Umgebung abgegeben wurde.
Sechs Wärmespeicher gleichen Lastschwankungen im Netz aus
Um Schwankungen der Netzlast abzudecken, wird die Wärme zusätzlich in sechs Wärmespeichern mit je 200 m³ gespeichert, die neben dem Gebäude der Energiezentrale stehen.
Teil des Wärmeverbunds Freiburg-West bis 2038
Die Energiezentrale Cerdia ist Teil des von Badenova geplanten Wärmeverbunds Freiburg-West, der bis 2038 um mehrere weitere CO2-freie Wärmeerzeugungsanlagen ausgebaut werden soll.
Leistungsumfang von Sweco als Generalplaner
Leistungsumfang von Sweco als Generalplaner
Die Leistungen von Sweco umfassten die Generalplanung einschließlich Entwurfs-, Genehmigungs- und Ausführungsplanung, die Ausschreibung sowie die Bauüberwachung und 3D-Koordination in den Leistungsphasen 2 bis 8. Das Projekt beinhaltete die Planung von Gebäuden, Verkehrsflächen, Kanälen, Fernwärme-Trassen und einer Rohrbrücke sowie der technischen Gebäudeausrüstung (TGA) und Verfahrenstechnik, einschließlich Tragwerke, Objektplanung, Leittechnik sowie Elektro- und Messtechnik (EMSR).

„Mit der erfolgreichen Inbetriebnahme der Energiezentrale Cerdia wird die Grundlage für eine zukunftsfähige und verlässliche Wärmeinfrastruktur in der Region Freiburg geschaffen. Unsere national und international vernetzten Teams haben ihre Expertise gebündelt und damit einen wichtigen Beitrag zur klimaneutralen Fernwärmeversorgung geleistet.“
Marco Bazzoni, Projektleiter und Experte für dezentrale Energietechnik bei Sweco



