Baupotenzialregister für den Kreis Kleve erfolgreich umgesetzt
Veröffentlicht am: 12/05/2026
Mit dem Modellprojekt Baupotenzialregister unterstützen das Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen (BMWSB) und das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) digitale Lösungen, um dringend benötigte Wohnraumflächen zu identifizieren. Der Landkreis Kleve gehört zu acht bundesweit ausgewählten Kommunen, die im Rahmen des Modellvorhabens gefördert werden. Ziel ist es, durch digitale und datenbasierte Ansätze neue Entscheidungsgrundlagen für eine effizientere Flächennutzung zu schaffen. Sweco hat im Auftrag der Kreisverwaltung Kleve ein Baupotenzialregister aus vollvektoriellen XPlanungsdaten in 3D erstellt. Das Projekt konnte jetzt erfolgreich abgeschlossen werden. Die Ergebnisse der Prozesse sind im 3D-Geoportal des Kreis Kleve öffentlich verfügbar.
Modellprojekt zur Ermittlung von Baupotenzialen
In vielen Stadtteilen gibt es ungenutzte Flächen, die für Wohnbebauung geeignet sind, sei es durch Baulücken, Nachverdichtungs- oder Brachflächen. Die Ermittlung solcher Flächen war bisher ein kleinteiliger und aufwändiger Prozess. Das Modellprojekt erprobt, wie durch automatisierte Verfahren die Erstellung und Pflege von Baupotenzialregistern erleichtert werden kann. Dafür werden Informationen zu bebaubaren Grundstücken in einer digitalen Plattform für den Wohnungsbau zusammengeführt und automatisch aktualisiert.

Weiß sind Bestandsgebäude im Kreis Kleve (LoD2-Model), rot sind Baupotenziale für neue Gebäude, grün sind Aufstockungspotenziale und blau sind Anbaupotenziale
Digitale Lösungen für mehr Wohnraum
„Das Baupotenzialregister schafft für den Kreis Kleve eine verlässliche digitale Grundlage, um mögliche Flächen für den Wohnungsbau schnell zu erkennen. Automatisierte Auswertungen zu Neubau‑, Anbau‑ und Aufstockungsmöglichkeiten beschleunigen Prüf‑ und Entscheidungsprozesse erheblich. Einheitliche Daten erleichtern die Abstimmung innerhalb der Verwaltung und mit den Kommunen. Gleichzeitig bietet das kreisweite Register, unabhängig von bestehenden Bebauungsplänen, einen vollständigen Überblick und ist sofort im Verwaltungsalltag einsetzbar.“
Martin Heußner, Teamleiter GIS | Digital Solutions bei Sweco in Dortmund.
3D‑Stadtmodell macht ungenutzte Flächen sichtbar
Sweco hat die fachlich‑technische Umsetzung der Projektbausteine 2 und 3 übernommen. Mit automatisierten Analysen auf Basis von FME ermittelte Sweco in Gebieten mit Bebauungsplan, wo Wohnungsbaupotenziale bislang nicht ausgeschöpft sind. Dafür wurden 3D‑Modelle der maximal zulässigen Bebauung erzeugt und mit der vorhandenen Bebauung abgeglichen, um konkrete Bau‑, Anbau‑ und Aufstockungspotenziale abzuleiten. Diese Methodik wurde anschließend auch auf unbeplante Bereiche übertragen. Alle Prozesse wurden in enger Abstimmung mit dem Landkreis Kleve entwickelt, qualitätsgesichert und modular aufgebaut, sodass sie betriebsfertig für den laufenden Einsatz und zukünftige Aktualisierungen zur Verfügung stehen.
Die ermittelten Baupotenziale werden durch das Kommunale Rechenzentrum Niederrhein als Webservice und im 3D-Stadtmodell des Geoportal zur Verfügung gestellt und sind hier einsehbar.


