Startschuss für Großwärmepumpe an der Kläranlage Halle (Saale)
Veröffentlicht am: 04/05/2026
Der Stadtrat der Stadt Halle (Saale) hat am 29. April 2026 den Beschluss zur Kommunalen Wärmeplanung (KWP) gefasst. Für die Stadt, die Stadtwerke Halle und die EVH GmbH ist das ein zentraler Meilenstein – und zugleich der unmittelbare Einstieg in die Umsetzung: Bereits einen Tag nach dem Beschluss folgt mit dem Start des Großprojekts „Großwärmepumpe Kläranlage Halle-Nord“ der erste konkrete Umsetzungsschritt. Die Sweco GmbH übernimmt bei dem Projekt umfassende Planungsleistungen für die innovative Nutzung von Abwasserwärme.
Startschuss für Großprojekt am Klärwerk Halle-Nord
Am 30. April 2026 wurde im Rahmen einer Pressekonferenz der „Startschuss Großwärmepumpe Kläranlage“ gesetzt. Mit diesem symbolischen Akt wird der Übergang von der Planung in die konkrete Umsetzung sichtbar gemacht. Mit der geplanten Großwärmepumpe am Klärwerk Halle-Nord (Lettin) beginnt die unmittelbare Umsetzung der Wärmewende vor Ort. Die Anlage wird künftig Wärme aus gereinigtem Abwasser gewinnen und in das Fernwärmenetz einspeisen. So entsteht ein innovativer Baustein für eine zunehmend unabhängige, versorgungssichere und preisstabile Wärmeversorgung in Halle (Saale).
„Wir freuen uns sehr über den offiziellen Start dieses zukunftsweisenden Projekts und den erreichten Meilenstein. Mit unseren Planungen können wir entscheidend zur Umsetzung der Großwärmepumpe am Klärwerk Halle-Nord beitragen. Die Anlage verbindet nachhaltige Energiegewinnung mit wirksamer CO₂-Reduktion und einer effizienten Nutzung vorhandener Ressourcen und ist somit ein wichtiger Schritt hin zu einer klimafreundlichen und zukunftssicheren Energieversorgung“
Julia Mella, Projektingenieurin Energie bei Sweco.

Symbolischer Akt: Startschuss Großwärmepumpe Kläranlage Halle-Nord – Jochen Gebel (EAG – Energieanlagen Greifswald) und Olaf Schneider (Geschäftsführer EVH) (v. l.) (Foto: Stadtwerke Halle GmbH)
Nachhaltige Fernwärme: Wie funktioniert die Großwärmepumpe?
Die geplante Großwärmepumpe an der Kläranlage Halle-Nord ist die erste Abwasser-Großwärmepumpe auf Basis natürlichen Kältemittels (Isobutan), die in Deutschland gebaut wird. Sie nutzt die im gereinigten Abwasser enthaltene Wärmeenergie. Über einen technischen Prozess wird dieser Wasserstrom auf ein niedrigeres Temperaturniveau abgekühlt und die entzogene Wärme anschließend mithilfe von Strom auf ein für die Fernwärme nutzbares Temperaturniveau angehoben. Die Anlage ermöglicht es, sehr effizient Umweltenergie in das Fernwärmenetz einzuspeisen. Der Einsatz einer Großwärmepumpe senkt den Anteil fossiler Wärme und ermöglicht eine jährliche, potenzielle Einsparung von etwa 16.000 Tonnen CO2. Für die Stadt Halle bedeutet dies einen relevanten Schritt in Richtung Unabhängigkeit von fossilen Energieträgern, da die Maßnahme einen Dekarbonisierungsanteil der Fernwärme von bis zu 20 Prozent erreichen kann.


