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Europas Wasserversorgung unter Druck – Lösungen aus der Praxis

Wasserversorgung / Staudamm

Veröffentlicht am: 13/05/2026

Swecos neue Analyse zeigt, wie Wasserrisiken die langfristige Widerstandsfähigkeit in Deutschland und ganz Europa auf die Probe stellen

Nicht nur in Deutschland stehen die Wasserversorgungssysteme unter zunehmendem Druck – ganz Europa ist betroffen, da Überschwemmungen, Wasserknappheit und eine sinkende Wasserqualität immer häufiger gleichzeitig auftreten. Swecos neue Studie zeigt, dass die Auswirkungen dieser Faktoren zusammen mit zu geringen Investitionen langfristige Risiken und Kosten verursachen, die in heutigen Preis- und Investitionsentscheidungen nicht berücksichtigt werden. Laut Sweco müssen diese Herausforderungen als ein zusammenhängendes System bewältigt werden, gestützt auf eine langfristige Planung und gezieltere Investitionen.

Auf Basis europäischer Daten sowie der ingenieur- und architekturtechnischen Expertise von Sweco zeigt der Bericht „Zu viel, zu wenig, zu verschmutzt“, wie klimabedingte Wetterextreme, diffuse Verschmutzung und eine alternde Infrastruktur schneller zusammenwirken, als dies in den derzeitigen Planungs- und Preismodellen berücksichtigt wird. Rund 20 Prozent der Fläche Europas und 30 Prozent der Bevölkerung sind jedes Jahr von Wasserknappheit betroffen. Allein im Jahr 2024 verursachten Überschwemmungen Schäden in Höhe von rund 18 Milliarden Euro und zogen mehr als 400.000 Menschen in Mitleidenschaft. Gleichzeitig sind 32 Prozent der Grundgewässer durch diffuse Verschmutzung, hauptsächlich aus der Landwirtschaft, belastet, und Schadstoffe wie Arzneimittel und „Ewigkeitschemikalien“ (PFAS) werden mittlerweile in den meisten europäischen Gewässern nachgewiesen.

„Wasser ist das Rückgrat resilienter Städte und die Bedeutung von Trinkwasserversorgung und Niederschlags- sowie Abwasserentsorgung wird in der Planung noch oft unterschätzt. Bei den wasserbezogenen Herausforderungen in Europa geht es nicht mehr um vereinzelte Ereignisse oder einzelne Regionen. Die Analyse von Sweco zeigt, dass Hochwasser, Wasserknappheit und Wasserverschmutzung als ein zusammenhängendes System betrachtet werden müssen, da die Risiken sonst weiter zunehmen und die Wasserversorgungssicherheit, die öffentliche Gesundheit, die Zuverlässigkeit der Infrastruktur sowie die wirtschaftliche Stabilität Europas gefährden werden“

Demet Antakyali, Wasserexpertin bei Sweco

Wasserkosten und Investitionslücken

Eine zentrale Erkenntnis des Berichts ist die wachsende Kluft zwischen den tatsächlichen langfristigen Kosten für Wasser und dem, was sich derzeit in den Wassertarifen und Investitionsentscheidungen widerspiegelt. Ein Großteil der europäischen Wasserinfrastruktur wurde vor Jahrzehnten für ein anderes Klima und geringere Aufbereitungsanforderungen gebaut, und in vielen Ländern gehen rund 20 Prozent des aufbereiteten Wassers durch Leckagen verloren. Anhand von Preisdaten in Kombination mit technischen Kostenmodellen schätzt Sweco, dass die Einführung einer fortgeschrittenen Aufbereitung zur Entfernung von Mikroverunreinigungen die durchschnittlichen Wasserkosten um rund 6 Prozent* erhöhen würde. Dabei sind die größten Auswirkungen in Ländern zu erwarten, in denen die Preise derzeit niedrig sind, wie beispielsweise Schweden, Irland und den Niederlanden.

„Die wahren Kosten von Wasser gehen weit über die Wasserrechnung hinaus. Wenn künftige Hochwasserschäden, Versorgungsunterbrechungen, strengere Vorschriften und Umweltzerstörung nicht frühzeitig berücksichtigt werden, steigen Risiken und Kosten im Laufe der Zeit. Doch es gibt Lösungen. In ganz Europa unterstützt Sweco öffentliche und private Auftraggeber dabei, Wassersysteme durch langfristige Planung, risikobasierte Investitionen und integrierte Ansätze zu stärken, um die Widerstandsfähigkeit zu erhöhen“, sagt Mattias Salomonsson.

Sechs Maßnahmen für mehr Wasserresilienz

Sweco hat sechs konkrete Maßnahmen für nationale Behörden, Kommunen, Versorgungsunternehmen, Investoren und Versicherer identifiziert:

  • Verbindliche Wasserrisikobewertungen
  • Langfristige kommunale Wasserstrategien
  • Geplante Erneuerung veralteter Infrastruktur
  • Resilienzorientierter Betrieb von Versorgungsunternehmen
  • Einbeziehung von Wasserrisiken in Investitions- und Versicherungsentscheidungen
  • Flächennutzungsplanung und naturbasierte Lösungen zur Verringerung von Hochwasser- und Verschmutzungsrisiken

Diese Ansätze werden bereits europaweit umgesetzt, darunter sind z. B. fortschrittliche Abwasserbehandlung in Deutschland und Belgien, klimagerechte städtische Räume in Dänemark, zirkuläre Regenwasserspeichersysteme in den Niederlanden, langfristige Planung zur Dürreresilienz auf Jersey sowie Neubewertungen der Dammsicherheit und Hochwasserrisiken in Norwegen.

Mehr darüber erfahren Sie im Bericht.

 Quellen:

Zusätzlich zu den oben genannten EurEau-Daten stützt sich Sweco im gesamten Bericht auf folgende Quellen::

* Die Analyse von Sweco basiert auf einer Auswertung und Zusammenfassung öffentlich zugänglicher Daten, insbesondere einer Umfrage der Europäischen Vereinigung der nationalen Verbände der Wasserversorger (EurEau) aus dem Jahr 2021, die die Situation in 29 EurEau-Mitgliedsländern abdeckt. Sweco nutzte seine Erfahrungen mit der Entfernung von Mikroverunreinigungen in Deutschland, wandte diese auf die Kostendaten von EurEau an und leitete daraus eine grobe Schätzung der daraus resultierenden Wasserpreiserhöhung in Europa ab – bedingt durch den Ausbau der Abwasserbehandlung zur Entfernung von Mikroverunreinigungen.

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