Machbarkeitsstudie zu Fußgänger- und Radfahrerbrücke über den Rhein
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Neue Perspektiven für die Region
Was heute noch mit weiten Umwegen über Fähren oder entfernte Brücken verbunden ist, könnte künftig ganz unkompliziert und rund um die Uhr mit ein paar Pedaltritten erreichbar sein. Ob Arzttermin oder Restaurantbesuch, Einkauf auf der anderen Rheinseite, eine Fahrradtour an die Ahr oder der tägliche Arbeitsweg – eine neue Fuß- und Radverkehrsbrücke zwischen Remagen und Erpel würde all das erheblich erleichtern, beschleunigen und zugleich klimafreundlicher machen. Besonders für Pendler*innen, Studierende des RheinAhrCampus in Remagen und Familien, die ohne Auto mobil sein möchten, eröffnet die Brücke neue Perspektiven.
Interdisziplinäre Machbarkeitsstudie
Die Vision einer Rheinbrücke zwischen den beiden Städten Remagen und Erpel beschäftigt die Menschen schon seit langer Zeit. Sweco hat 2025 eine interdisziplinäre Machbarkeitsstudie zu dieser Fußgänger- und Radfahrerbrücke erstellt. Sie wurde initiiert von den Kommunen Remagen, Erpel und der Verbandsgemeinde Unkel sowie den Landkreisen Ahrweiler, Neuwied und dem Rhein-Sieg-Kreis im Rahmen eines LEADER-Projekts der LEADER-Region Rhein-Ahr.

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Verkehrswirtschaftliche Kosten-Nutzen-Analyse und regionalökonomische Wirkungsanalyse
Swecos Analysen zeigen, dass die Brücke:
- klimafreundliche Mobilität im Berufs- und Alltagsverkehr fördert und Kfz-Fahrten reduziert
- touristische Potenziale zwischen Siebengebirge und Ahrtal hebt
- die Attraktivität der Region als Arbeits- und Wohnstandort steigert So kann Infrastruktur nachhaltige Impulse für eine ganze Region setzen.
Mehrwert übersteigt Investitionen deutlich
Die Studie verdeutlicht, dass der jährliche Nutzen der Brücke – etwa durch Zeitersparnisse, positive Umweltwirkungen und wirtschaftliche Effekte – so groß ausfällt, dass er die zu erwartenden Kosten deutlich übertrifft. Das Nutzen-Kosten-Verhältnis liegt bei über 1,5, was bedeutet: Der Mehrwert übersteigt die Investitionen um das Anderthalbfache – und das auch langfristig.
In dieser Berechnung sind zusätzliche positive Effekte, etwa im Tourismus, noch gar nicht berücksichtigt. Denn die Untersuchung macht ebenfalls klar, dass der Bau weit über eine reine Verkehrsmaßnahme hinausgeht. Er würde die Region in puncto Wohnen, Arbeiten und Tourismus spürbar stärken.
Schutz des Flora-Fauna-Habitats bleibt gewahrt
Die umweltfachlichen Gutachten zeigen zudem, dass das nahegelegene Flora-Fauna-Habitat „Rheinhänge zwischen Unkel und Neuwied“ durch die geplante Trassenführung nicht wesentlich beeinträchtigt wird.
Schnelle Hilfe über den Rhein hinweg
Auch Feuerwehr und Rettungsdienste profitieren: Die Brücke soll so geplant werden, dass sie im Notfall von Einsatzfahrzeugen befahrbar ist. Damit ist sie ein wichtiger Gewinn für die grenzüberschreitende Gefahrenabwehr und schnelle Hilfe über den Rhein, unabhängig vom Wasserstand.

Fazit
Das Ergebnis der Machbarkeitsstudie: Das Projekt ist technisch machbar, wirtschaftlich sinnvoll und gesellschaftlich gewollt. Die neue Brücke setzt nachhaltige Impulse für die ganze Region, verbindet Menschen, fördert den kulturellen und wirtschaftlichen Austausch und macht das Leben am Rhein noch attraktiver.



